Es geht um Europa
21.03.2011 15:15 Kategorie: Laatste nieuwsAm 3. März unterzeichnete nacap, in Anwesenheit der Repräsentanten von Open Grid Europe, den Vertrag mit der E.ON Ruhrgas AG zur realisierung der neuen Nordeuropäischen Erdgasleitung NEL im 62 Kilometer langen Bauabschnitt zwisschen den Niedersächsischen Gemeinden Achim und Heidenau.
Nacap CEO Victor Aquina untreschreibt das Kontrakt, neben ihm sitzt Nacap GmbH Geschäftsführer André Perton
Torsten Busack (Open Grid Europe), Victor Aquina, Winfried Gleser (Nacap), André Perton und Franz-Josef Kißing (Open Grid Europe)
Im Ganzen betrachtet, dreht es sich bei diesem Großprojekt um nicht weniger als um die sichere und zuverlässige Versorgung Europas mit dem umweltfreundlichsten aller fossilen Brennstoffe, mit Erdgas aus den riesigen Reserven Sibiriens. In nächster Zukunft übernimmt die neue Nordeuropäische Erdgasleitung NEL bei Greifswald ankommendes Erdgas von der Ostsee-Pipeline Nord Stream, transportiert es weiter nach Westen, zum größten europäischen Erdgasspeicher in Rehden und von dort aus in das gesamte Versorgungsnetz Westeuropas. Ab Ende 2012 geht es dabei um etwa 55 Mrd. Kubikmeter Erdgas, das entspricht der Hälfte des gesamten deutschen Verbrauchs. Der Verbund aus Nord Stream, der Anbindungsleitung OPAL und der neuen NEL macht Deutschland zur wichtigsten Erdgasdrehscheibe Europas.Schon ein kurzer Blick auf die Bedeutung der NEL für die europäische Versorgungs-sicherheit, wie auf das Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von ca. 1 Mrd. Euro macht deutlich, welche Priorität das Projekt für den Leitungsbetreiber, die Open Grid Europe, wie für den Bauträger, ein Konsortium der größten europäischen Erdgasversorger Wingas, E.ON Ruhrgas und Gasunie, besitzt. Schnell wird deutlich, welche Ziele verfolgt, welche Erwartungen gestellt werden.
56" Rohre warten auf verwendung im NEL projekt
„Mit über 12.500 km Erdgas-Hochdruckleitung haben wir das größte Versorgungsnetz Deutschlands. Dieses müssen wir konsequent ausbauen, um die Sicherheit der Gasversorgung in Europa ständig weiter zu erhöhen“ stellt Franz-Josef Kissing, Projektverantwortlicher der Open Grid Europe, fest. Und weiter: „Ein solches Großprojekt fordert uns mit allen Ressourcen. Entscheidend für das Gelingen sind aber vor allem zwei wesentliche Säulen: Einmal, die solide, auf mehreren starken Schultern ruhende, Finanzierung. Dazu stehen unsere Bauträger. Und zum anderen dann, eine genauso solide und gekonnte Projektplanung und Projektrealisation mit einem Partner, der über das Können und die Strukturen verfügt, die man unbedingt braucht, um ein solch anspruchsvolles Projekt in dieser Größendimension zu bewältigen. Den haben wir jetzt mit NACAP auch im Boot.“
Der Weg in dieses „Boot“ war allerdings weder kurz noch einfach. Weit im Vorfeld, schon im Jahr 2006, startete das Beschaffungsmanagement des Auftraggebers das Screening möglicher Partner, die in der Lage sind, eine für deutsche Verhältnisse außergewöhnliche DN 1.400 Leitung zu realisieren. Dies erfordert ein Höchstmaß an Managementkapazitäten, exzellentes Qualitätsdenken, ausgeprägtes Sicherheits-bewusstsein, bestqualifiziertes Personal, Maschinenverfügbarkeit, Know-how und nicht zuletzt auch viel internationale Erfahrung.
„In diesem Sinne war uns ja Nacap schon als A-Lieferant bekannt“ sagt der Verantwortliche für die Projektvergabe, Torsten Busack, „Gleichwohl stellte sich Nacap in unserem Präqualifikationsverfahren erfolgreich dem Wettbewerb, kam so auf die Bieterliste und mit einem sehr wirtschaftlichen Angebot schlussendlich auch zum Zuge. Wir haben als Auftraggeber die gleiche Wertevorstellung wie unser Partner Nacap, insbesondere in der Sicherheits- und Qualitätsphilosophie. Damit können wir eine langfristige Beziehung aufbauen“.
In dieser Absicht stimmt er mit den strategischen Zielen von André Perton, Nacap-Geschäftsführer und verantwortlicher NEL Projektleiter, völlig überein. Denn, langfristige, professionelle Beziehungen zu einem überschaubaren Kreis wichtiger, europäischer Großkunden aufzubauen, das ist seine erklärte Zielvorgabe. Und mit Aufträgen wie hier, für den südlichen Teil des durch E.ON Ruhrgas zu bauenden Abschnitts (Los 2), bestätigt sich diese Strategie. Hier zählen die besonderen Nacap-Stärken wie das multidisziplinäre Projektmanagement, international sehr erfahrene Mitarbeiter, das verfügbare Equipment oder die Fähigkeiten zur Einbindung von Subunternehmen ganz besonders viel. Herausragende Bedeutung haben für Perton beim Projekt NEL aber die wichtigen, übergeordneten Soft-Skills:
„Hier geht es für uns ganz wesentlich auch um die Verpflichtung, Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung gegenüber allen Betroffenen, gegenüber Behörden, der Öffentlichkeit, den vielen Anliegern und natürlich gegenüber der Umwelt. Dann geht es da um Verlässlichkeit – alle Beteiligten müssen uns vertrauen, müssen sich absolut auf uns verlassen können. Und darum geht es vor allem auch um Kommunikation. Ganz abgesehen von den aufwendigen Genehmigungsverfahren müssen wir mit breiter Öffentlichkeitsarbeit für Transparenz und Sachkenntnis sorgen. Wir müssen aufklären, mit allen sprechen. Da wird jetzt viel von uns erwartet – zumal solch große Infrastrukturprojekte ja zunehmend auch kritisch diskutiert werden.“
Ein 56" Rohr auf dem Weg zur Pipe Stock
Genauso gefordert sind dann aber auch die Nacap Kernkompetenzen im Rohrleitungsbau. Es gilt, diese außergewöhnlich große Hochdruckleitung mit möglichst geringer Bodenbelastung zu verbauen. Über 12 Kilometer müssen Spundwände errichtet werden, in weiten Bereichen der Trasse sind Wasserhaltungsmaßnahmen notwendig. Zahlreiche Parallelleitungen sind zu beachten, etliche Kreuzungen zu bewältigen. Alles in allem – so Winfried Gleser, bei Nacap für die Angebotsphase wie für die Arbeitsvorbereitung zuständig – muss bei einem solchen Top-Pipelineprojekt eben alles punktgenau zusammenpassen.
„Vorbereitung, Abstimmung, Sicherheitsprocedere, physikalische Arbeiten bis hin zur Stressdruckprüfung und zur Wiederherstellung der Flächen: hier wird Full-Service gefordert. Und den bringen wir – mit dem gebündelten Know-how eines internationalen Teams, das schon seit der Vorlaufphase und bis zur technischen Fertigstellung im August 2012 Hand in Hand zusammenarbeitet.“
Ab sofort läuft hier also alles mit Hochdruck an. Und ab November 2012 fließt dann das Erdgas. Das allerdings mit höchstem Druck – und garantiert sicher.
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